Die lymphologische Rehabilitationsmaßnahme ( hier kurz REHA)


Was versteht man darunter?

Rehabilitation (REHA) bedeutet Wiederherstellung und ist eine gesetzliche Sozialleistung, welche meist 3 Wochen umfasst. Bei medizinischer Notwendigkeit kann die Maßnahme aber durchaus verlängert werden.

Durch REHA-Maßnahmen soll z.B. eine Wiedereingliederung, wenn man aufgrund einer Erkrankung vorübergehend nicht zur Ausübung seines Berufes oder zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Lage ist, ermöglicht werden. Dabei gibt es verschiedene Arten der möglichen Erkrankung, z.B.

- körperlich,

- geistig oder

- psychisch.

Als Lipödem-Betroffene kommen viele irgendwann an einen Punkt, wo man das Gefühl hat, dass die bisherige konservativ durchgeführte Therapie nicht ausreichend ist, man eine Auszeit für sich und die Intensivierung der Behandlung des Lipödems benötigt.

Es wäre folglich ein guter Zeitpunkt, das Gespräch mit dem Hausarzt/behandelnden Facharzt zu suchen. Hier wird besprochen, ob eine REHA für den Patienten sinnvoll ist und er/sie die bestehenden konservativen Behandlungen/Maßnahmen ausgeschöpft hat. Der Hausarzt begründet die medizinische Erfordernis der Maßnahme für den Reha-Antrag und erläutert dabei vorliegende Beschwerden und Symptome ausführlich. Auch ist für die Antragstellung eine genaue Darlegung der erhofften Ziele erforderlich. 

Je nach Stadium und bestehenden Beschwerden kann aber auch bei Erhalt der Diagnose Lipödem eine REHA beantragt werden.

Eine REHA kann man bei folgenden Kostenträgern beantragen:

- gesetzliche Krankenversicherung,

- gesetzliche Unfallversicherung,

- Rentenversicherung,

- Versorger von Kriegsopfern nach dem Bundesversorgungsgesetz, Sozialämter

- Jugendhilfe.

Für Erwerbstätige ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV) zuständig und
für  Rentner und Erwerbslose die Krankenkasse.

Im Antrag kann und sollte man eine Wunschklinik für die REHA-Maßnahme angeben. Jeder Patient verfügt aufgrund der rechtlichen Regelung (§8 SGB IX) über ein Wunsch- und Wahlrecht. Die selbst benannte Klinik muss allerdings die grundlegenden Voraussetzungen für die Rehabilitation erfüllen.

Sollte bei der Bewilligung diesem Wunsch nicht entsprochen werden, dann sollte die Änderung der zugewiesenen Reha-Klinik beantragt und der Name der Wunsch-Klinik erneut angegeben werden. Es sollte begründet werden, warum genau diese Klinik die Geeignetste ist. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass, wenn noch weitere Krankheiten vorliegen, der Kostenträger eine falsche Zuordnung getroffen hat.

Begründungshilfe für den Antrag „Änderung der zugewiesenen Reha-Klinik“

- Nennt das spezielle Therapieangebot eurer Wunschklinik, das ganz auf unser aller Krankheitsbild zugeschnitten ist.

- Eine positive Erwartungshaltung kann die Entscheidung beeinflussen. Erwartet ihr euch von der Therapie in eurer 
  Wunschklinik den größten Erfolg bei der REHA? Dann führt das in eurem Antrag an.

- Bei der Bearbeitung des Reha-Antrags fließt auch eure persönliche Situation ein.
  Möglicherweise passt die Wunschklinik am besten zu eurer Familiensituation, weil ihr dort z. B. eure Kinder mitbringen 
  dürft.

- Ihr ward bereits in eurer Wunschklinik und hattet von diesem Aufenthalt profitiert?
  Dann ist das ein sehr gutes Argument für einen erneuten Aufenthalt dort.

- Ihr seid in der Lage,, mehrere Wunschkliniken im Antrag zu benennen? Sehr gut!
  Nennt diese im Antrag und erhöht so eure Chance auf eine positive Antwort.

- Die Wunsch-Klinik muss sich nachweislich für die Reha eurer Erkrankung eignen.


Bei der Wahl einer REHA-Klinik sollte man wissen, dass es durchaus Unterschiede zwischen den Einrichtungen gibt.


Hier eine kleine Auflistung mit Hinweisen (nur uns bekannte, hat kein Anrecht auf Vollständigkeit):


- Mitnahme von Kindern möglich in

            * Inselklinik in Bad Tabarz

            * Seeklinik Zechlin

            * Földiklinik

            * Ödemzentrum Bad Berleburg

- Schwimmbad in

            * Inselsberg Klinik Bad Tabarz

            * Bad Berleburg

            * Feldbergklinik in St. Blasien im Schwarzwald. Hier findet das Schwimmen in einer Partner-Klinik statt.

- Bei Bewegungseinschränkungen sollte man z. B. wissen:

            * Die Taunus Klinik Bad Nauheim besteht aus zwei Häusern, welche ca. 200 Meter auseinander liegen. Man  
              pendelt aufgrund der Behandlungen diese Strecke am Tag öfters.

            * Die Klinik in Bad Berleburg liegt an einem Berg.

Es gibt in einigen REHA-Kliniken auch Beschränkungen beim Körpergewicht der Patientinnen. So werden z. B. in der Taunus Klinik in Bad Nauheim nur Patientinnen bis zu einem Gewicht von 150 kg aufgenommen.


Was mache ich, wenn mein Reha-Antrag abgelehnt wird?

Es passiert leider nicht selten, dass Anträge abgelehnt werden. Dann sollte man unbedingt innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheides einen schriftlichen Widerspruch einlegen. Wer sich nicht in der Lage sieht, diesen sofort inhaltlich begründen zu können, kann ein formloses Schreiben mit dem Hinweis, dass die Widerspruchsbegründung nachgereicht wird, absenden.

Danach hat man ausreichend Zeit, um den Widerspruch gut zu begründen und sich dazu ggf. Hilfe/Zuarbeit eines Arztes einzuholen.

Die Frage nach den Kosten

Sämtliche Kosten des REHA-Aufenthaltes werden bei Bewilligung durch einen Kostenträger von diesen übernommen.

Dies beinhaltet die An- und Abreisekosten, die Behandlungskosten, die Verpflegungskosten und auch Beherbergungskosten.

Ihr müsst in der Regel eine Zuzahlung von 10 € pro Tag leisten. Es gibt aber die Möglichkeit, im Einzelfall von der Zuzahlung befreit zu werden. 

Einige REHA-Einrichtungen erheben aber noch weitere, zusätzliche Kosten für die Nutzung von Waschmaschine, Trockner und WLAN sowie für das TV. Es ist also durchaus empfehlenswert, sich vor Antritt einer REHA dort diesbezüglich zu erkundigen

Falls ihr Pflegegeld bezieht, wird dieses während der bewilligten Reha gemäß 34 Abs. 2 SGB XI in voller Höhe weiter gezahlt.
Eine Haushaltshilfe, z.B. zur Betreuung von Kindern unter zwölf Jahren oder für behinderte Kinder, kann auf Antrag gewährt werden.


Und zum Schluss: Wie oft kann ich eine REHA beantragen?

In der Regel kann man aller vier Jahre eine Reha beantragen. Reha-Anträge in kürzeren Zeitabständen haben weniger Aussicht, bewilligt zu werden.
Aber: Eine Rehabilitation kann auch innerhalb der Vierjahresfrist bewilligt werden, wenn sie aus medizinischen Gründen dringend erforderlich ist.

Ausführliche Informationen zur allgemeinen Antragstellung finden Sie hier.

Wo findet man geeignete lymphologische Einrichtungen?

Hier haben wir eine Liste zusammengestellt:

Deutschland

Seeklinik Zechlin
Chefärztin Dipl. Med. Kerstin Kuhnt
Obere Braminseestr.
16837 Dorf Zechlin
Tel.: 033923/890
Fax.: 033923/70507
Internet: www.asdonk-online.de

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Ödemzentrum Bad Berleburg
Klinik „Haus am Schloßpark“
Chefarzt W. Schneider
Hochstr. 7
57319 Bad Berleburg
Tel.: 02751/804261
Fax.: 02751/804-262
Internet: www.lymphklinik.com

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Klinik Taunus der Deutschen Rentenversicherung Bund
Reha-Zentrum Bad Nauheim
Leitung: Dr. Henrik Borchardt
Lindenstr. 6
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/341 160
Internet: www.reha-klink-taunus.de

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Feldbergklinik Dr. Asdonk
Chefärztin Dr. K. Rüger
Todtmooser Str. 48
79837 St. Blasien
Tel.: 07672/4840
Fax.: 07672/484514
Internet: www.asdonk-online.de

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Földiklinik GmbH & Co. KG
Rößlehofweg 2-6
79856 Hinterzarten
Tel.: 07652/1240
Fax.: 07652/124 – 116
Internet: www.foeldiklinik.de

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St. Georg Fachklinik
Therapieschwerpunkt Lymphologie
Kurhausplatz 1
79862 Höchenschwand
Tel.: 07672/4110
Fax.: 07672/411 240
Internet: www.fachklinik-st-georg.de

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Klinikum Freising
Mainburger Str. 29
85356 Freising
Tel.: 08161/24-4060
Internet: www.klinikum-freising.de/abteilungen/lymphangiologie/uebersicht.html

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Lympho-Opt-Fachklinik
Happurgerstr. 15
91224 Hohenstadt
Tel.: 09154/911200
Internet: www.lympho-opt.de

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Inselsberg Klinik
Wicker GmbH & Co. OHG
Chefarzt Dr. A. Richter
Fischbacher Str. 36
99891 Bad Tabarz
Tel.: 036259/53200
Internet: www.inselsberg-klinik.de

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Krankenhäuser mit lymphologischen Abteilungen

Lymphzentrum Nord-West im Pius-Hospital Ochtrup
Chefarzt Dr. G. Lulay
Piusstr. 5
48601 Ochtrup
Tel.: 05971/42-1331
Fax.: 05971/42-31331
Internet: www.mathias-spital.de

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Klinikum Fichtelgebirge Haus Selb
Chefarzt Dr. B. Krüger
Weißenbacher Str.62
95100 Selb
Tel.: 09287/9710
Fax.: 09287/971222
Internet: http://www.klinkum-fichtelgebirge.de/

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Österreich

Wittlingers Therapiezentrum
Alleestr. 30
A-6344 Walchsee/Tirol
Tel.: 0043/53/745245
Fax.: 0043/53/7452454
Internet: www.wittlinger-therapie.com

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LKH Wolfsberg - Zentrum für Lymphologie
Paul-Hackhofer-Str. 9
A-9400 Wolfsberg
Tel.: 00434352/533
00434352/533-165
Internet: www.lkh-wo.at

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Schweiz

RehaClinic Zurzach
Quellenstraße
5330 Zurzach
Dr. med. St. Wagner
Leitender Arzt Angiologie
Tel.: 0041/56/2695151
Fax.: +41562695170
Internet: www.rehaclinic.ch