Kompression = Zusammenpressung mit Erhöhung des Drucks und Verkleinerung des Volumens

Die Kompression bewirkt im Idealfall, dass die betroffenen Extremitäten nicht durch die Ansammlung
von Lymphflüssigkeit anschwellen. Komplett kann man dies leider nicht verhindern, aber eindämmen.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von der einteiligen Strumpfhose bishin zur 2-teiligen Versorgung,
aber IMMER in flachgestrickter Qualität und immer nach Maß. Nach Maß bedeutet, dass die Ver-
sorgung grundsätzlich passgenau angemessen wird. Sie soll sitzen, wie eine zweite Haut. Tut sie
dies nicht, weil sie z.B. in den Kniekehlen oder am Fuß einschneidet, dann passt sie nicht (meist zu
lang) und muss geändert werden.

Im Sanitätshaus des Vertrauens, in dem man die Versorgung angemessen bekommt, kann man sich
natürlich beraten lassen und auch Muster von verschiedenen Herstellern zeigen lassen. Nicht immer
kommt man sofort mit dem gewählten Material zurecht, unter Umständen muss man verschiedene
Hersteller testen.

Einteilige Versorgung

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um Kompressionsware "in einem Stück", also eine
Strumpfhose.

2-teilige Versorgung

Diese besteht aus:

- Leggins und Socken;
- Caprihose und Kniestrümpfe,
- Radlerhose und Oberschenkelstrümpfe.

Unterschied flachgestrickt vs. rundgestrickt

Die flachgestrickte Versorgung hat immer eine Naht hinten, die rundgestrickte nicht. Die rundgestrickte
ist für Lipödem nicht geeignet, sogar kontraindiziert (auch nicht zur Eingewöhnung!), diese sind nur für
Menschen mit Venenproblemen geeignet.

Anspruch ja / nein

Normalerweise bekommt man alle 6 Monate eine neue Versorgung. Dies liegt daran, dass die Hersteller
gegenüber den Krankenkassen versichern müssen, dass ihre Waren bis zu 6 Monate nach Anfertigung
"haltbar" sind. Einen rechtlichen Anspruch auf eine frühere Versorgung hat man nicht.
Einen vorzeitigen Anspruch auf eine neue Versorgung hat man nur dann, wenn man schwanger ist oder
sich die Umfänge innerhalb kurzer Zeit massiv ändern.

Evtl. hat  man die Möglichkeit, eine Wechselversorgung zu erhalten. Manche Krankenkassen übernehmen
dafür die Kosten, andere wieder nicht. Auch hier hat man keinen rechtlichen Anspruch, sondern muss auf
die Kulanz der Krankenkasse hoffen. Möchte man eine Wechselversorgung beantragen, muss neben dem
üblichen noch folgendes auf dem Rezept stehen: "Wechselversorgung aus hygienischen Gründen".

Kleiner Tipp

Um die Versorgung gut anziehen und "verteilen" zu können, sollte man Handschuhe mit gummierten
Handflächen tragen. Diese kann man auch über das Sanitätshaus beziehen (Bauerfeind - kosten etwa
5,00 €) oder man besorgt sich Gartenhandschuhe im Baumarkt, das funktioniert auch.

Die Kompressionsware gibt es in verschiedenen Kompressionsklassen von I - III. Je höher die Klasse,
desto höher die Kompression. Beginnen sollte man, um sich überhaupt erst mal daran zu gewöhnen,
mit der KKL II. Nach der Eingewöhnung kann man dann auf die höhere KKL wechseln.

Es gibt Menschen, die durch andere (z.B. rheumatische) Erkrankungen keine Kraft in den Händen haben,
um die Kompression in höheren Klassen anzuziehen. Dafür gibt es von verschiedenen Herstellern soge-
nannte Anziehhilfen. Bitte erkundigen Sie sich darüber im Sanitätshaus.
Unter Umständen, in Absprache mit der Krankenkasse, ist es in solchen Fällen auch möglich, 2 Versorgungen
in der kleinsten KKL übereinander zu ziehen.